Kaizen oder das Geheimnis des Kōan

Das Geheimnis des Paradoxen:
Hast du es eilig, dann gehen langsam…

Je mehr es […] Beschränkungen und Verbote
es gibt,desto ärmer wird das Volk […]

Je mehr Gesetze und Verordnungen erlassen werden,
desto mehr treten Räuber und Diebe auf

Daher sagt der weise Herrscher:
Ich tue nichts und die Menschen verändern sich von selbst
Ich tue nichts und die Menschen werden von selbst wohlhabend.

Lao-Tse

oder gilt doch das Folgende?

Weniger arbeiten“, „besser leben“, „mehr verdienen“,
„schneller zu Reichtum gelangen“,
über Steuern klagen,
aber dem Staat höhere Leistungen abzuverlangen

– das alles kennzeichnet zusammen
eine geistige Verirrung und Verwirrung,
die kaum noch zu überbieten ist und die,
auf die Spitze getrieben,
die Grundfesten unserer gesellschaftlichen Ordnung
zu zerstören geeignet wäre.

Ludwig Erhard

Beide Zitate sind der Homepage des liberalen Forums entnommen, auf das mich Herr Hermann Otto Solms viaTwitter aufmerksam machte.

Das von Lao-Tse beschriebene Prinzip ist Teil meiner praktischen Beratungsarbeit.
Wir wirken sie Zitate auf Sie? Gibt es Beispiele aus ihrem Alltag, die diese Paradoxien widerspiegeln und widerlegen? Was fällt ihnen konkret dazu ein?

Es scheint so: Je mehr wir bewußt Ziele definieren, desto mehr werden Ziele unwillkürlich zu einer beliebigen Managementgröße oder je mehr wir auf Qualitätsstandarts setzen, desto weniger Gefühl für Qualität stellt sich ein. Wir definieren Lernzielkataloge, um die Ausbildung z.B. unserer Ärzte zu verbessern und gleichzeitig erleben wir, dass die Qualität in der Ausbildung der Mediziner nicht wirklich zu nimmt und die Zahl der iatrogenen Erkrankungen zu nimmt.
Der Staat und insbesondere die Liberalen appelieren an die Eigenverantwortlichkeit der Bürger, z.B. bei der Gesundheitsversorgung und meinen nichts weniger, als dass der Staat sich aus der Verantwortung zurück zieht, ohne den einzelnen Bürger von Abgaben und Steuern zu entlasten. Die Einführung der Praxisgebür hat den bürokratischen Aufwand für den Arzt erhöht, ohne gleichzeitig die Versorgungssituation der Patienten zu verbessern. Der Staat betreibt mit seinen öffentlichen Körperschaften moderne Wegelagerei bei der Masse der Staatsbürger ungeachtet von Herkunft, Religion, Rasse, Geschlecht und Leistungsfähigkeit. Wie sozialmarktwirtschaftlich ist unser Gesundheitssystem organisert? 
Der Politiker im Allgemeinen selbst scheut die beschworene Eigenverantwortung und finanziert seine Aktivitäten über Sonderzuwendungen, Spesen und Subventionen. Sie prädigen Wasse r und trinken selbst den Wein! In Sonntagsreden werden die Werte der sozialen Marktwirtschaft gefeiert, doch für z.B. die gesetzliche Krankenversicherung existiert ein spezifischer Staats-Sozialismus. Erhard irrte, seine Analyse taugen erst dann, wenn die Personen ausgetauscht werden, denn er beschreibt das Verhältnis des Staates zu seinen Bürgern. Dem Staat reichen die Steuereinnahmen nicht, wobei er gleichzeitig dem Bürger immer höhere Abgaben abverlangt – diese Irrungen und Mißverhälnisse gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Der Staat wird zum Risikofaktor für unser Gemeinwesen und unser humanes Zusammenleben.  Er mutiert zum modernen Raubritter, um seine vielfältigen militärischen Aktivitäten,  seiner asymetrischen Wirtschaftskriege zu finanzieren, er scheut keine moderne  Wegelagerei, um seine Kassen zu füllen. Nie ist ein Staat in der Mitte Europas, mit solchen finanziellen Möglichkeiten ausgestattet gewesen und was macht er damit? Wann werden Politiker uns vor dem Staat schützen und seine ausbeutenden Rechte beschränken?
Ludwig Erhard zeigt mit dem Zeigefinger auf die vermeindlichen Nassauer in unserer Gesellschaft und meint damit die Empfänger von Sozial-Leistungen und übersieht das zwei seiner Finger auf ihn gerichtet sind.  „Wenn du mit dem Zeigefinger auf andere weist, dann bedenke  drei deiner Finger sind auf dich gerichtet!“

 

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