It’s the teacher that makes the difference …

„It’s the teacher that makes the difference, not the classroom“

Is this true? Der britische Pädagoge und Kinderbuchautor Michael Morpurgo wird mit dieser Aussage zitiert und ich füge dem ein ergänzendes Fragezeichen hinzu. Grundsätzlich stimme ich seiner Aussage zu und relativiere sie nur dahin gehend, du kannst den Raum gestalten, aber den Charakter des Lehrers nicht. Wo ist die Stellschraube für die Feineinstellung? Methoden- und Fachkompetenz sind das eine, aber das alleine macht noch keine gute Lehrerpersönlichkeit aus. Schüler lernen von Meistern, von Vorbildern, von Brillanz, je besser die Qualität desto überzeigender. Was sind die Faktoren für meisterhaften Unterricht? Wie funktioniert brillante Lehre?

Wer vermittelt Handlungs- und Lösungskompetenz, wer Prozesskompetenz?

Liebe Leser, wie sehen Sie das, als Eltern, als Mutter und als Vater?
Wie sehen ihre eigenen Lernerfahrungen aus?
Es heißt: Der Raum als dritter Pädagoge; und seit dem Ende des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends rückt diese Erkenntnis mehr und mehr in den Fokus der Lernforschung.

Kreativität und Lösungskompetenz werden bei Schülern gesteigert, wenn sie selbst bestimmt entscheiden in welcher Haltung und wie sie dem Unterricht folgen, ob im Sitzen oder im Stehen, mit und an in der Höhe verstellbaren Tischen und Stühlen. Die Infrastruktur als Abbild einer Lernarchitektur, belastbar, flexible, gesundheitsfördernd, vielfältig. Das multifunktionale Klassenzimmer. Es kann auf unterschiedlichen Bedürfnisse der Schüler und Lehrer antworten. Lehrer fungieren in solch einer multifunktionalen Konstellation nicht als Dompteur der Schüler, sondern als Initiator von Neugierde und Lösungskompetenz. Der Schüler wird zum cokreativen Partner im Bildungsprozess, nicht zum leeren Gefäß, welches mit Wissen abgefüllt wird.

Schüler und Lehrer brauchen keine Klassenzimmer, sowenig wie Schüler Lehrer. Was Schüler brauchen sind brillante Meister ihres Faches, Talente, die Wissen aus Leidenschaft vermitteln können. Sie wollen wissen ob der Lehrer/in gut ist, dann fragen sie sie nach ihrem Talent. Schüler brauchen Lehrer/in mit Talent und sie brauchen Werkstätten, Ateliers des Lernen, keine Stuhlreihen, wo sie aufgereiht abgesetzt werden, keine Tische, die wie Barrikaden zwischen Lehrer und Schüler aufgestellt werden. Wieso haben Leher keinen festen Arbeitsplatz, was für einen Nährwert hat das Klassenzimmerhopping? Lehrer verdienen einen festen Arbeitsplatz, ihren festen Schreibtisch, Lernpult, der den Ankerplatz, den Mittelpunkt der Lernarchitektur kennzeichnet, um die sich die Schüler selbstbestimmt ausrichten.

Die Schule der Zukunft braucht Lernräume, die nicht, wie am Fließband die handelnden Personen aufteilt, sondern kollaborativ, kommunizierende verbindet.

Lehrer sind nicht mehr Pauker, die Schüler drillen, Lehrer zeigen Wege auf, stellen Frage und Schüler erwerben Wissen, üben es ein und machen es sich zu eigen. Sie lernen von Könnern, von Experten, von Talenten!

Leider werden die neuen Ideen zur Lernarchitektur nur zögerlich aufgriffen. Auch deshalb, weil Lehrer über kein eigenes Budgets verfügen und die Einrichtung und Ausstattung der Klassenzimmern von Verwaltungsfachleuten in den Gemeinden bestimmt wird. Denn in unserm System ist die Kultusbehörde nur für die Lehrer und das Curriculum, aber nicht für die Ausstattung der Schulen zuständig. Es gibt keine Standards, keine Leitbilder, für die lerngerechte Ausstattung eines Klassenzimmers.

Wie wichtig ist die Umgebung beim Lernen? Untersuchungen an der LMU in München haben den Zusammenhang zwischen Lernumgebung und Lernerfolg in einer Studie nachgewiesen.

Recht hat Morpurgo (homepage) -, alles entscheidet sich an der Lehrerpersönlichkeit, aber was, wenn wir nicht mehr die Wahl haben, dann wird wichtig auf welchem „Nährboden“ Lehrer und Schüler lernen. Für mich heißt das: Schafft kreative Lernräume, statt Schüler und Lehrer nur ein Dach über dem Kopf anzubieten, mit Sitzgelegenheit.

Flipped Classroom im Deutschunterricht?

mutigeschule

„Es klingelt gleich. Und als Hausaufgabe schreibt ihr dann die Erörterung so, wie wir es in dieser Stunde besprochen haben.“

Diesen oder ähnliche Sätze kennen alle Schülerinnen und Schüler aus dem Deutschunterricht, weil alle ihre Lehrerinnen und Lehrer sie mehr oder weniger gern verwenden. Es erscheint ja auch sinnvoll, die große Schreibaufgabe, die man vor der Klassenarbeit mehrmals eingeübt haben muss, in den Nachmittag zu verlegen, weil ihre Bearbeitung in der Regel länger als 45 Minuten dauert und weil doch die Kompetenz der Lehrkraft unbedingt dazu genutzt werden sollte, den Stoff zu vermitteln. So haben wir’s gelernt.

Schon oft bin ich über das u.a. von Christian Spannagel im Hochschulbereich praktizierte Konzept des Flipped Classroom gestolpert und habe mich gefragt, ob man das nicht auch im Deutschunterricht sinnvoll anwenden könnte. Und ich habe die Erfahrung gemacht: Ja, kann man – und das sogar mit großem Gewinn!

Ob Rechtschreibregeln oder Aufsatzformen: Die…

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