Konfliklösung: Wer wäre ich ohne mein Drama?

Wer wäre ich ohne mein Drama?
Konfliktlösungen nach der Methode von Byron Katie

Es gibt nichts, was nicht wahr wäre, wenn Sie es glauben; und nichts, was wahr wäre – ob Sie’s glauben oder nicht.

Mit einem Satz, die Welt die wir erleben und erleiden ist nichts anderes, als eine Vorstellung und kein Abbild. Wir sehen, hören und fühlen und machen uns eine Vorstellung von dem was wir sehen, hören und fühlen. Alles ist Interpretation. Vorstellungen sind Interprationen. Wenn einer sich das schlimmste von dir vorstellt, dann ist es es seine Interpretation, er ist einer, der sich dich als etwas ganz schlimmes, dunkels, böses, nerviges vorstellt. Und in jeder Vorstellung begegnen wir uns selbst, unseren inneren Bildern und Vorstellungen. Vorstellungen sagen mehr über den aus, der sich das vorstellt, als über den der das Objekt der Vorstellung ist. Er könnte auch anders, wenn er wollte. Doch hüte dich davor, dem anderen vorschreiben zu wollen, was er sich vorzustellen hat, das ist der beste Weg, den anderen davon zu überzeugen, dass du ein Arschloch bist. Es gibt viele Therapeuten, Coachs, Politiker, viele Weltenretter die das tun und sie sind, wie wir ahnen unglaublich erfolgreich mit dieser Mission. Nehmen wir Eltern die erfahren, dass ihr Kind ein Massenmörder ist, diese Eltern halten an ihrer Vorstellung fest, dass ihr Kind auch mal ein Engel ist und nur missverstanden wird! Aber kann man überhaupt einen Massenmörder missverstehen?

Wir verhalten uns analog zu unseren eigenen Vorstellung. Was sich einer von dir vorstellt kannst du beieinflussen, wenn du weißt, wie der andere seine Vorstellungen formuliert und woran er das bemisst. Wenn du willst, dass er/sie eine andere Vorstellung von dir hat, dann frage ihn, was ihn denken lässt, dass du so oder so bist und verhalte dich dementsprechend oder geh‘ deinen eigenen Weg, stehe zu deinen Vorstellungen/ Interpretationen und mach dich nicht gemein mit den Vorstellungen des anderen und mach sie aber auch nicht dafür verantwortlich. Wie wäre es, ein Versuch ist’s wert, oder?

„Alles, was du über – dein Drama – denkst, wirst du irgendwann auch über mich denken. Sobald ich dir nicht gebe, was du willst, oder deine Überzeugungen in Frage stelle, wirst du diese Vorstellungen auf mich übertragen.”

Alles ist Vorstellung, unsere Angst, unsere Abwehr, unsere Depressionen, unser Zorn, unser Verliebtsein, unsere Freude. Das Leiden ist eine Vorstellung. Und unsere Vorstellungen entstehen aus unserem Bewusstsein für unser Ich. Ohne Ich gebe es keine Vorstellungen und auch kein Leiden. Das Leiden ist dem Ich-Sein eingeboren, ohne Ich können wir uns nicht denken, die Ich-Werdung ist Teil unseres Bewustseins.

Aus eigenem Erleben und aus der Erfahrung der Überwindung ihrer eigenen Krisen entwirft Katie ein Konzept, das mit der Dynamik der Vorstellungen arbeitet. Von Marc Aurel stammt der Satz: Everything we see is a perpective, not the truth.“ Nichts anderes sagt Byron Katie. Auch Milton Ericson und Vergina Satir sind bei der Umsetzung ihrer therapeutischen Konzepte von dieser Erkenntnis bestimmt. Und sie treffen damit den Nagel auf den Kopf und können somit hilfreich Hilfesuchenden helfen. 

Mit The Work stellt Katie eine Methode zur Selbsthilfe vor, es ist ein Tool für die Arbeit in der Selbsthilfe. Um welche Leiden geht es? Leiden das nicht allein physisch begründet , sondern Folge von Traumatisierung ist, aber auch das Leiden, dass aus einer physischen Erkrankung erwachsen ist, wie das Erblinden nach einer Augenerkrankung, kann mit dieser Methode angesprochen werden. Zentral stehen 4 Fragen, die der Klient, die Klientin in Bezug auf Ihr Leiden schriftlich beantworten soll.

  1. Ist das wahr?
  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
  3. Wie reagierst du (was passiert in dir), wenn du diesen Gedanken glaubst?
  4. Wer wärst du ohne den Gedanken?

Kritiker werfen Katie vor, sie simplifiziert mit diesem Ansatz Probleme. Ja, genau denn das ist was hilft, wenn wir uns von dem Drama befreien und dass wir das,was wir erleiden (Glück & Unglück) nicht mehr überbewerten, sondern entdramatisieren. Und das, obwohl das Leben ein Drama ist und fatal endet. Wer was anderes behauptet täuscht und blendet, was sich tagtäglich realisiert. Es wäre auch nicht verkehrt dies als „The secret of life“ zu bezeichnen. Was ist das Geheimnis glücklicher Menschen? Und Byron Katie würde sagen, dass sie ein glücklicher Mensch ist. Respekt vor der Autodidaktin. 

Keep asking – die Neugierde ist der Tod der Langeweile

publiziert am 9. Jenner 2014 via http://www.opperman-consulting.com

Heute ist mir in den frühen Morgenstunden ein netter Artikel von brandeins über den Tod der Neugierde zu gezwitschert. Ein Artikel über das Verschwinden der Neugierde aus dem Schulalltag. Wie hat es eine Lehrerin aus Berlin formuliert –  … lest selber. Ich will das hier nicht wiederkauen, wen das interessiert wird sich schon die Zeit nehmen den langen, wirklich langen Artikel zu lesen. Wie meinte Goethe noch? In der Kürze liegt die Würze! Und doch ist der Artikel lesenswert, also lest ihn, wenn Euch die Neugierde Eurer Kinder wichtig ist.

Und, da wären wir bei der Frage aller Fragen – liebe Mütter und Väter, wie wichtig ist Euch eigentlich die Neugierde Eurer Kids, wie viel Fragen haltet ihr selbst aus, wann schmeißt Ihr den Staffelstab hin und gebt das Fragen auf. Seid ihr selbst noch neugierig?
Und wir kennen alle das beliebte Ratespiel – ich sehe was, was du nicht siehst und das ist …?

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Meinen Sohn frage ich nicht, wie war es in der Schule, sondern, was hast Du heute in deinem Unterricht für eine Frage gestellt. Es nervt ihn, auch wenn er jedesmal grinst, aber ich lass nicht locker und ich kann nicht sagen, meinem Sohn ist die Lust aufs Frage stellen vergangen. Es könnten mehr Fragen sein, ja sicher, aber wer bin ich, das ihm vorzuschreiben, eine Frage pro Unterrichtsstunde ist genug.

So, jetzt seid ihr dran. Was haltet ihr davon, wer trägt die Verantwortung für die Neugierde der Kids, die Schule oder die Eltern, jetzt sagt nicht  beide, denn dann macht es niemand, kennen wir doch! Und übrigens es geht nicht um Schuld, sondern um Verantwortung. Wer sind die Wächter der Neugierde der Kinder – nicht die Eltern? Wer dann? Das wird ja trostlos, wenn das die Lehrer mit ihrem Unterricht leisten sollen, wo sie doch von Staat nicht ein Mal einen richtig ausgestatteten Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt bekommen.

Erinnert ihr Euch noch an die letzte neugierig gestellte Frage Eures Kindes? Was wollte er/sie wissen?

bleib mir weg mit deiner Lösung

geh’ mir weg mit deiner Lösung
sie wär’ der Tod für mein Problem
jetzt laß’ mich weiter d’rüber reden
es ist schließlich mein Problem
und nicht dein Problem

via Annette Lousian