Mythos Beratung – doch kein Kaninchen im Zylinder

Der Kunde denkt: “Kauf ich die Katze im Sack”.
Der Berater denkt: “Ich verkaufe Luft in Tüten”.

Wer im Nebel stochert und wer Staub aufwirbelt, kann nicht sehen, was er tut. Wer mit dieser Metapher arbeitet hat den Sinn von Beratung nicht verstanden,  er will Beratung absichtlich diffamieren und nicht differenzieren. Solche Bilder sind Ausdruck von Stereotypen. Schauen wir uns drei Mythen an, die über Beratung um her geistern.

Der erste Mythos ist: “Ich kaufe die Katze im Sack!” Nein, das muss niemand, Beratungsleistung lässt sich materialisieren, zu mindestens, wenn der Berater sich die Mühe gemacht hat, den Prozess seiner Arbeit zu verschriftet und er jedem Neukunden die Blaupause seines Ansatz zeigen kann. Der Kunde, der die Katze im Sack kauft ist selbst schuld, wenn er nicht zuvor in den Sach schaut.

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Der zweite Mythos: “Ich verkaufe Luft in Tüten”. Selbst, wenn es so wäre, was ist falsch an der Luft in Tüten? Meint der Berater Sauerstoff oder Helium, wenn er das sagt? Wenn es Sauerstoff ist, dann bietet er dem Kunden was gutes an, was wichtigste zum Überleben. Aber vielleicht hat der Kunde davon genug und will lieber Popcorn? Wer auch immer diesen Satz in die Welt gesetzt hat, hat übersehen, dass auch die Qualität der Luft beschrieben und gemessen werden kann. Beratungsleistung ist exakt mess- und beschreibbar, wenn es nicht geschieht, dann weil der Berater es selbst nicht verstanden hat und beim Berater selbst Unklarheit über sein Können besteht. Wenn der Berater ein Glas mit Flüssigkeit verkaufen will, dann muss er schon sagen können, ob es sich um Wasser oder Glyzerin handelt. Wer selbst glaubt, er verkaufe Luft in Tüten, der kann nix.

Der dritte Mythos: “Berater verkaufen Rezepte und wissen alles besser”
Beratung ist keine Therapie. Berater arbeiten nicht mit einem Rezeptblock. Berater verschreiben nix. Eine Therapie setzt eine Diagnose voraus, entlang einer vermuteten Pathogenese und für die Therapie gibt es Richtlinien. Wer eine Beratung sucht, will nicht mit einer Krankmeldung aus dem Beratungsgespräch gehen. Der Berater erhebt keine Anamnese, er arbeitet nicht mit dem Stethoskop, fordert kein großes Blutbild, seine bildgebenden Verfahren sind die Fragen und Interviews und in Kombination mit Trainings die Weiterbildung. Die Beratung konzentriert sich allein auf die Hilfe zur Selbsthilfe als Lösungsansatz. Der Berater arbeitet nicht mit Infusionen und Pillen und Krankenschwestern treten auch nicht auf der Beratungsbühne auf. Zauberei ist eine Illusion.  Wer meint Berater würden zaubern, wüssten alles besser, hätten Allerheilsmittel und würden Rezepturen verschreiben, verkennt, dass auch der Zauberer, erst das Kaninchen in den Hut stecken muss. Niemand kann was aus seinen Ärmeln schüttelt, wenn er es nicht zuvor dort hinein gesteckt hat. Ein guter Berater kommt mit vollen Ärmeln zu ihnen und er schüttelt sie vor ihnen aus, wenn er gut ist.

Exzellente Beratung provoziert Lösungen, keine Abhängigkeit von einem Drama

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